Warum die Reichen nicht für Geld arbeiten – „Rich Dad Poor Dad“ von Robert Kiyosaki

DennyVeröffentlicht von

Rich Dad Poor Dad Robert Kiyosaki1

Eines gleich vorweg: „Rich Dad Poor Dad“ von Robert Kiosaki ist ein gefährliches Buch!

Gefährlich in dem Sinne, als dass es schonungslos offen legt, warum wir Menschen uns selbst beim Thema Geld und Reichtum belügen, warum wir uns selbst im Weg stehen finanziell frei zu werden, welche Rolle unsere Ängste und Emotionen dabei spielen, als auch, worum es wirklich beim Thema finanzielle Intelligenz geht.

Ich glaube das jeder, der einen offenen Geist besitzt, der sich selbst kritisch hinterfragen kann und der gerne reflektiert über Sachverhalte zum Thema Finanzen nachdenkt, dieses Buch lieben wird! Ich kann mich nicht erinnern, wann mich jemals ein Buch so sehr gefesselt, euphorisiert, informiert, nachdenklich gemacht und kritisch hinterfragt hat.

Für gewöhnlich notiere ich mir bei Büchern immer die wichtigsten Passagen und spannende Denkansätze. Dieses Buch besitzt Seiten voller unterstrichener Abschnitte.

Obwohl das Buch bereits 1997 in der Erstauflage erschien, hat sich an der Aktualität der Inhalte nichts verändert. Wer will, der kann sich hier vorab die 5. besten Anekdoten aus dem Buch „Rich Dad Poor Dad“ durchlesen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Selten habe ich mich mehr über eine Buchrezension für Sales Pitch gefreut. Da das Buch so wahnsinnig viele gute Inhalte und wertvolle Informationen enthält, möchte und kann ich nicht alles davon wiedergeben. Stattdessen will ich ein wenig über die Hintergrundgeschichte und das Konzepts des Buches schreiben, als auch über die Inhalte aus dem ersten Kapitel.


Die Geschichte von Rich Dad Poor Dad handelt von Robert Kiyosaki (dem Autor) und seinen zwei Vätern, welche sich in gewissen Punkten zwar sehr ähnlich waren, aber die dennoch kaum unterschiedlicher hätten sein können.

Sein leiblicher Vater war hochgebildet und intelligent. Er besaß einen Doktortitel und eignete sich das Wissen eines vierjährigen Studiengangs in zwei Jahren an. Später wurde er ein hochbezahlter Lehrer. Trotzdem hatte er sein Leben lang mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, weshalb er im Buch als „armer Vater“ beschrieben wird.

Bei seinem „reichen Vater“ handelt es sich um den Vater seinen besten Freundes Mike. Der reiche Vater brach die Schule in der achten Klasse ab. Dennoch war er beruflich erfolgreich, arbeitete hart und wurde später einer der reichsten Männer Hawaiis. Als er starb, hinterließ er seiner Familie, der Kirche und verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen viele Millionen Dollar.

Beide Männer einte, dass sie hart arbeiteten, charismatisch und einflussreich waren. Doch in ihren Ansichten über Geld und Reichtum, sowie ihren Empfehlungen, hätten sie unterschiedlicher kaum sein können.

Ein Beispiel: Der arme Vater hatte die Angewohnheit zu sagen „Das kann ich mir nicht leisten“, während der reiche Vater diese Formulierung verbat. Er bestand darauf, dass man sich fragte: „Wie kann ich mir das leisten?“. Bei der ersten Formulierung handelt es sich um eine Aussage, bei der zweiten um eine Frage. Die Aussage entlässt uns aus der Verantwortung, die Frage zwingt uns zum Nachdenken.

Der reiche Vater erklärte es damit, dass die Aussage man könne sich etwas nicht leisten dazu führe, dass das Gehirn die Arbeit einstelle, während die Frage danach wie man sich etwas leisten könne, dazu anrege das Gehirn zu trainieren.

Immer mehr stellt der damals neunjährige Robert fest, dass Menschen ihr Leben durch die eigenen Gedanken gestalten können. Sätze seines armen Vaters wie „Ich interessiere mich nicht für Geld“ oder „Geld ist nicht wichtig“, ließen Robert zu der Erkenntnis kommen, dass sein armer Vater nicht aufgrund seines Verdienstes arm war – denn der war durchaus beachtlich – sondern aufgrund seiner Einstellung und Handlungen.

Kapitel 1: Warum die Reichen nicht für Geld arbeiten

Die Story des Buches entwickelt sich so, dass die beiden neunjährigen Robert und sein Freund Mike sich fragen, wie sie zu großem Reichtum kommen und Geld verdienen können. Für deren Anfänge empfehle ich Dir die Story „Geld machen“ aus einem meiner vorherigen Artikel.

Der „reiche Vater“, welcher ein Geschäftsmann war und u.a. einen Gemischtwarenladen besaß, erklärte sich bereit den beiden Jungs beizubringen, wie man reich wird. Da er wenig von der schulischen Ausbildung hielt, wollte er sein Wissen in der Praxis vermitteln. Daher sollten die beiden Jungs von nun an jeden Samstagvormittag für drei Stunden in seinem Gemischtwarenladen für einen Stundenlohn von 10 Cent arbeiten. Selbst nach den Standards von 1956 war das ein aberwitziger Lohn.

Nach vier Wochen war Robert bereit zu kündigen. Genau das Zeichen, auf welches sein „reicher Vater“ gewartet hatte. Der Unterricht begann.

Robert fühlte sich natürlich verschaukelt. Er beschuldigte seinen reichen Vater, dass er ihn für einen Hungerlohn ausgebeutet habe und er dadurch auch seine Baseball-Spiele verpasste.

„Gibst du jedes mal auf, wenn dich das Leben herumschubst? Dann gehörst du zu der Art von Menschen, die keine Substanz haben. Dann wirst du immer auf Nummer sicher gehen, das sogenannte Richtige tun und dich für ein Ereignis aufbewahren, das nie kommt. Du wirst viele Freunde haben, die dich wirklich mögen, weil du so ein netter fleißiger Kerl bist, aber die Wahrheit ist, dass du es dem Leben gestattet hast, dich zu unterwerfen. Tief in deinem Inneren hattest du Angst, Risiken einzugehen. Eigentlich wolltest du gewinnen, aber die Angst vor dem Verlieren war größer als die Freude über mögliche Gewinne.

Robert fragte, welcher Lektion er denn gelernt habe, wenn er für 10 Cent die Stunde gearbeitet habe. Dass sein reicher wenig zahlt und seine Arbeiter ausbeute?

Sein reicher Vater entgegnet:

„Du solltest am besten deinen Standpunkt ändern. Hör auf, mir die Schuld zu geben und mich für das Problem zu halten. Wenn du mich für das Problem hältst, musst du mich ändern. Wenn du erkennst, dass du das Problem bist, kannst du dich selbst ändern, etwas dazulernen und klüger werden. Mach mich nicht für deine Probleme verantwortlich!“

Die Wahl bestand für Robert darin, dass er seinem reichen Vater weiterhin die Schuld gab, kündigte und einen neuen (besser bezahlten) Job fand. Genauso wie die meisten anderen Menschen, entgegnete der reiche Vater.

Langsam geleitete der reiche Vater Robert zu der Erkenntnis, dass nur die Armen und der Mittelstand für Geld arbeiten gehen. Die Reichen hingegen lassen das Geld für sich arbeiten.

Die erste Lektion fuhr damit fort, indem der reiche Vater über die Ängste der Menschen, welche im Zusammenhang mit Geld entstehen, sprach.

„Ich bin froh, dass es dich wütend gemacht hat, für zehn Cent die Stunde zu arbeiten. Wenn du nicht wütend geworden wärst und den geringen Lohn freudig akzeptiert hättest, dann müsste ich dir jetzt sagen, dass ich dir nichts beibringen kann. Wie du siehst, bringt das wirkliche Lernen Energie, Leidenschaft und einen glühenden Wunsch mit sich. Wut ist ein großer Teil dieses Rezepts, denn Leidenschaft ist eine Kombination aus Wut und Liebe. Wenn es um Geld geht, wollen die meisten Menschen lieber auf der sicheren Seite bleiben und dabei ein beruhigendes Gefühl haben. Das heißt, sie lassen sich nicht von ihrer Leidenschaft leiten, sondern von ihrer Angst.

Und weiter:

„Begreife nur, dass es die Angst ist, die die Menschen an einer Arbeitsstelle hält. Die Angst, ihre Rechnungen nicht zahlen zu können, die Angst, entlassen zu werden, die Angst, nicht genügend Geld zu haben, die Angst, noch einmal von vorne anfangen zu müssen. Die meisten Menschen werden Sklaven des Geldes … und dann ärgern sie sich über ihren Chef.“

Langsam dämmerte Robert, worauf sein reicher Vater hinauswollte. Als er bereit war mehr zu erfahren, machte ihm sein Vater einen Vorschlag. Wenn er möchte, dass der Unterricht weitergehe, würden er und sein Sohn Mike von nun an die dreistündige Arbeit am Samstagvormittag ohne Bezahlung verrichten.

Trotz anfänglicher Proteste, willigte Robert ein.

Nach drei weiteren Wochen unbezahlter Arbeit kam der reiche Vater auf die beiden Jungs zu und ging mit ihnen spazieren. Er fragte sie nach dem Gefühl ohne Bezahlung zu arbeiten und machte ein „unmoralisches“ Angebot. Er bot den beiden Jungs an, dass er sie von nun an bezahlen würde. Stetig ging er mit dem Stundenlohn nach oben. 25 Cent, 50 Cent, 1 Dollar, 2 Dollar.

Robert beschreibt die Situation so:

„Er [der reiche Vater] wusste, dass es in der Seele eines jeden menschlichen Wesens einen schwachen, bedürftigen Teil gibt, der käuflich ist. Und er wusste, dass jedes menschliche Wesen auch einen Teil seiner Seele hat, der stark und voller Entschlossenheit ist, der nie gekauft werden kann.“

Als der Vater einen Stundenlohn von 5 Dollar anbot, kehrte bei Robert eine innere Ruhe ein. Der Preis war zu hoch und dadurch lächerlich geworden. Der Teil in Robert, der nicht käuflich war, hatte die Macht übernommen.

Die Lektion die der reiche Vater vermitteln wollte war die, dass die Emotionen des Menschen sein Denken beeinflussen.

„Sie fühlen zwar die Angst davor, kein Geld zu haben. Aber statt sich ihrer Angst zu stellen und darüber nachzudenken, reagieren sie nur gefühlsmäßig. Sie fühlen die Angst, gehen zur Arbeit und hoffen, dass das Geld ihre Angst lindert.“

Die Schlussfolgerung des reichen Vaters ist daher, dass es auch nicht ausreicht, einfach reich zu sein, weil reich sein an sich das Problem nicht löst. Viele seiner Freunde die Millionen verdient haben, fürchten nichts mehr, als das ganze Geld das sie verdient haben wieder zu verlieren. Der schwache und bedürftige Teil der Seele schreie jetzt nur noch lauter.

Sind arme Menschen also glücklicher?

„Nein, das denke ich nicht.“,erwiderte der reiche Vater.

„Dem Geld aus dem Weg zu gehen ist genauso psychotisch wie vom Geld abhängig zu sein.“

„Ich habe so viele Menschen getroffen, die sagen ‚Ach, ich habe kein Interesse an Geld…‘ und doch stehen sie acht Stunden täglich am Arbeitsplatz. Das ist ein Verleugnen der Wahrheit. Wieso arbeiten sie, wenn sie sich nicht für Geld interessieren? Diese Art zu denken ist vermutlich noch psychotischer, als sein Geld zu horten.“

Doch weil die beiden Jungs an dem Punkt angekommen sind, an dem sie nicht recht weiterwissen, wie sie mit der Angst umgehen sollen, rät der reiche Vater ihnen, dass sie sich nicht den Kopf darüber zerbrechen und stattdessen ihre Gefühle beobachten sollen.

Als Beispiel gibt er an, dass nur weil die Angst in einem Menschen hochkomme nicht genug Geld zu haben, dieser nicht sofort loslaufen müsse, nur um beim nächstbesten Job ein paar Dollar zu verdienen.

„Stattdessen könnte er sich fragen, ob der Job auf lange Sicht die beste Lösung ist, um diese Angst zu besiegen. Meiner Meinung nach lautet die Antwort >Nein<, besonders wenn man die gesamte Lebenszeit eines Menschen betrachtet. Ein Job ist eigentlich nur eine kurzfristige Lösung für ein langfristiges Problem.

In dem Buch beschreibt Robert, dass er an diesem Tag verstand, worum es seinem reichen Vater bei seinen Lektionen ging. Er wollte, dass die Jungs ihren Horizont erweiterten. Sie begannen zu verstehen, in welcher Falle die meisten Menschen gefangen waren.

„Ich will nur, dass ihr eine Möglichkeit habt, diese Falle zu vermeiden. Sie beruht auf zwei Gefühlen, Angst und Gier. Verwendet sie zu euren Gunsten, nicht gegen euch. Das ist es, was ich euch beibringen will. Es geht mir nicht darum, wie man zu einer Menge Geld kommt. Das würde nicht helfen, mit der Angst oder der Gier zurecht zu kommen. Wenn ihr reich werdet, ohne eure Gefühle zu beherrschen, werdet ihr nur hoch bezahlte Sklaven.

Die Hauptursache für Armut oder für finanzielle Schwierigkeiten sieht der reiche Vater in einer selbstauferlegten Angst oder Unwissenheit.

Getrieben von Verlangen und Angst, jagen die meisten Menschen ihr Leben lang Gehaltschecks, Gehaltserhöhungen und sicheren Jobs nach, ohne sich jemals zu fragen, wohin sie dieses von Gefühlen geleitete Denken führt. Es ist wie in der Geschichte von dem Esel, der einen Wagen zieht, angetrieben vom Besitzer, der ihm eine Karotte vor die Nase hält. Der Besitzer des Esels kann fahren wohin er will, aber der Esel jagt einer Illusion nach. Morgen wird es nur eine andere Karotte für den Esel geben.“


So, ich denke mal das soll an dieser Stelle reichen um einen ersten (positiven) Eindruck von dem Buch zu gewinnen. Ich weiß nicht wie es euch dabei geht, aber mich spricht das Buch ungemein an. Ich habe deshalb auch bewusst viele Dialoge wortwörtlich abgebildet, sodass Ihr euch gleich einen Eindruck von der Form und dem Schreibstil machen könnt.

Von mir an dieser Stelle nochmal eine klare Kaufempfehlung für Rich Dad Poor Dad von Robert Kiyosaki. Wenn Ihr auf dem Amazon-Link klingt (Affiliate), bekomme ich bei einem Kauf von euch eine kleine Provision gutgeschrieben. Somit könnt Ihr mich und meine Arbeit (ggf. auch weitere Buchrezensionen) unterstützen.

Was sind eure Eindrücke vom Buch, bzw. wenn Ihr es schon gelesen habt, wie hat euch das Buch gefallen? Schreibt es mir bitte in die Kommentare.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.