17,88% Rendite – Meine ersten Erfahrungen nach 5 Monaten Investments in P2P-Kredite

DennyVeröffentlicht von

Es muss irgendwann im Spätsommer 2017 gewesen sein, als ich an dem zehntägigen Online-Kongress „Passives Einkommen – Aktives Leben“ von Eva Abert teilnahm. Dabei konnte ich u.a. mein bestehendes Wissen über Immobilien-Themen weiter ausbauen und gleichzeitig neue Erfahrungen zu passiven Einkommensquellen sammeln.

Ein Thema, welches bei mir dadurch zum ersten Mal auffiel, war der passive Vermögensaufbau mit P2P-Krediten.

In einem Interview mit Lars Wrobbel, Betreiber des lesenswerten und informativen Blogs Passives Einkommen mit P2P-Krediten, sprachen die beiden über eine mir bis dato völlig unbekannte Anlage-Klasse. Lars ist übrigens auch Autor des Buchs „Investieren in P2P-Kredite“, welches er zusammen mit Kolja Barghoorn (YouTube-Kanal: Aktien mit Kopf) geschrieben hat.

Nach kurzer Einarbeitungszeit war mir klar, dass das Investieren in P2P-Kredite sehr gut zu meiner Anlage-Strategie und zur Beimischung meines Gesamt-Portfolios passt.

Mit diesem Artikel möchte ich speziell den möglichen Neueinsteigern einen kompakten Überblick zu P2P-Krediten als Anlage-Form verschaffen und ein wenig auf meine bisherigen Erfahrungen eingehen.

Was sind P2P-Kredite?

In einfachen Worten sind es Kredite, die direkt von Privatpersonen an Privatpersonen (im englischen Peer-to-Peer; daraus abgeleitet P2P) vergeben werden. Als Vermittler der Kredite gibt es zwischengeschaltete Online-Plattformen, welche Kredite bewerten und auf dem Marktplatz anbieten.

Insgesamt gibt es also drei Parteien: Den Kreditnehmer, den Online-Kreditmarktplatz und den Kreditgeber / Investor.


Warum gibt es P2P-Kredite?

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von P2P-Kreditmarktplätzen spielt die digitale Disruption verschiedener Branchen und Geschäftsbereiche, hier der Finanzindustrie und der Banken. In diesem Zusammenhang hat der ein oder andere sicherlich schon mal von dem Wort FinTech gehört, also den digitalen und technologischen Innovationen in der Finanzbranche.

Was dahinter steht ist der Prozess der Digitalisierung, welcher Abläufe und Geschäftsmodelle in der Finanzbranche vereinfacht und effizienter gestaltet. Dadurch entstehen häufig Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen, wovon am Ende besonders der Verbraucher profitiert.

Ein Unternehmen aus diesem Bereich ist zum Beispiel transferwise, welches eine P2P Online-Plattform für den Geldtransfer von Fremdwährungen ist. Ich persönlich habe transferwise damals, als ich noch in England gearbeitet habe, mehrmals dafür genutzt, um meine schwer verdienten Pfund auf mein deutsches Konto in Euro zu überweisen. Dadurch habe ich am Ende des Tages mehrere Hundert Euro gespart.

Das Prinzip dahinter sollte klar sein: Früher hatten Banken die Kontrolle darüber zu welchem (internen) Kurs man das Geld umgetauscht hat, zuzüglich der Berechnung einer großzügigen Service-Gebühr für den Aufwand.

Transferwise hat dieses Prinzip umgedreht. Der Geldaustausch funktioniert direkt zwischen den Privatpersonen und mit dem aktuellen Wechselkurs der am Markt gehandelt wird. Man kann sogar selbst darüber bestimmen, ab welchem Wechselkurs man sein Geld umtauschen will, sofern dieser Kurs auch tatsächlich erreicht wird. Als Service-Gebühr wird ein kleiner Prozentsatz der zu transferierenden Gesamtsumme einbehalten. Ein alles in allem schneller, effizienter, kostengünstiger und transparenter Prozess.

Kein Vergleich also zu den intransparenten, langwierigen und teureren Prozessen bei der Bank.

Bei P2P-Krediten verhält es sich relativ ähnlich.


Wie funktionieren P2P-Kredite?

Bei einem Kredit muss die Bank musste zunächst als Gläubiger die Bonität des Kreditnehmers prüfen. Dieser Prozess kostet Zeit und das von der Bank bewertete Risiko wird mit einem entsprechenden Zinssatz bewertet. Sofern der Kredit überhaupt bewilligt wird.

Daher sollte es offensichtlich sein, dass je kleiner die Kreditsumme tatsächlich ist, desto weniger rechnet sich das gesamte Investment für die Bank.

Genau in diese Nische gehen die P2P-Kreditmarktplätze hinein, da es sich bei einem Großteil der Kreditanfragen um kleinere Konsum- und Verbraucherkredite handelt.

Der Kreditnehmer hat bei diesen Plattformen den Vorteil, dass er sowohl eine schnellere Zusage, als auch eine unmittelbare Verfügbarkeit des Geldes zu einem attraktiven Zinssatz bekommt.

Für uns als Privatpersonen bedeutet diese innovative Anlage-Klasse, dass man nun erstmals als Privat-Anleger in Kredite investieren und mitverdienen kann, was bis dato immer nur den Banken vorbehalten war.

Das Risiko der einzelnen Kredite wird dabei auf mehrere Schultern verteilt, je nach persönlicher Anlage-Strategie und Grad der Diversifikation, sodass das Risiko bewusst gesteuert und kontrolliert werden kann. Es gibt natürlich auch andere Risiken (Stichwort Plattform-Risiko), doch dazu später mal mehr.


Welche Vorteile bieten mir P2P-Kredite als Privat-Anleger?

Meine Investments sind auf ein langfristiges, passives Einkommen ausgerichtet. Das heißt für mich als Privat-Anleger, dass ich nicht jeden Kredit manuell aussuchen möchte, weil mir der Zeitaufwand sonst auf lange Sicht die Rendite verdirbt.

Insofern erlauben es mir die Portfolio-Builder auf den Plattformen die Vorgaben zu machen, nach welchen Kriterien die Kredite für mich ausgesucht werden sollen.

Folgende Kriterien können dabei eine Rolle spielen:

  • Welche Mindestrendite erwarte ich von dem Kredit?
  • Aus welchen Ländern sollen meine Kredite kommen?
  • Welche Bonität soll der Darlehnsnehmer des Kredits haben?
  • Möchte ich, dass eine Rückkaufgarantie der Kredite angeboten wird?
  • Wie hoch soll mein Mindest- und Maximalinvestment pro Kredit sein?
  • Welche Art der Kredite möchte ich finanzieren und von welchen Darlehnsanbahnern?

 

Ableitend aus den verschiedenen Kriterien folgt ein weiterer Grund, weshalb mir diese Art des Investments besonders gefällt: Transparenz und Verständlichkeit der Anlage-Form.

Dadurch, dass ich genau definieren kann nach welchen Kriterien meine Kredite ausgesucht werden sollen, kann ich selbstbestimmt über meine Rendite und mein Risiko entscheiden.

Im Vergleich zu Aktien-Investments, bei denen ich nur schwierig das Risiko, die Kursentwicklung und damit auch die Rendite einschätzen kann, halte ich deshalb meine Finger weg.


Auf welchen Plattformen bin ich bereits investiert?

Aktuell gibt es in Europa über 100 Marktplätze für P2P-Kredite. Mir war bei der Bewertung der Plattformen für meine Investments, neben der Rendite, besonders die Usability und die guten Referenzen von aktuellen Investoren wichtig.

Entschieden habe ich deshalb zunächst für die Plattformen Bondora (Aktuelle XIRR-Rendite: 24,30%) und Mintos (Aktuelle XIRR-Rendite: 11,67%), bei welchen ich Anfang Oktober 2017 jeweils 2.000 € investiert habe. Anfang Februar 2018 kamen dann Twino und Swaper mit jeweils 1.000 € dazu, sowie Viainvest mit 500 €. Hier ist eine valide Rendite-Aussage, aufgrund der erst kurzen Laufzeit, noch nicht möglich.

Wenn Du Dich damit beschäftigst welche Plattform sich für Dich am besten eignet und nach welchen Kriterien Du investieren sollst, dann empfehle ich Dir dieses Video.


Mein Fazit zu P2P-Krediten nach 5 Monaten

Ich bin bislang sehr zufrieden mit meinen P2P-Investments und werde diese in den nächsten Monaten auch weiter sehr eng verfolgen. Die Rendite passt und besonders meine ersten Investments bei Bondora und Mintos machen mich sehr zuversichtlich.

Natürlich gibt es zu diesem Thema noch sehr viel mehr zu erzählen. Unter anderem möchte ich ein wenig näher auf das Risiko dieser Anlage-Klasse eingehen, als auch auf meine Investments und Erfahrungen bei den einzelnen Plattformen. Wenn Du konkrete Fragen dazu hast, schreibe mir gerne eine kurze Nachricht dazu oder hinterlasse einen Kommentar.

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