Bye Bye, England – Warum es Zeit war zu gehen

DennyVeröffentlicht von

Jetzt ist es also soweit. Ich habe England endgültig verlassen – für immer. Es ist jetzt, drei Wochen nachdem ich das Land verlassen habe, ein seltsamerweise ziemlich entspanntes und gutes Gefühl in mir, ohne Selbstzweifel an meiner Entscheidung. Ein wohlwollender Blick zurück, weil ich weiß, dass ich dieses mal alles richtig gemacht habe.
Wollt Ihr die ganze Geschichte lesen? Ok, hier ist sie:

Als ich im Juli 2014, als Deutschland Weltmeister wurde, darum bat den Sommer über frei zu bekommen, um mich um die Erstellung einer E-Commerce Webseite zu kümmern, wusste ich nicht wie und ob es danach mit Lyonsdown weitergehen würde.

Ich war seit einem halben Jahr im Unternehmen angestellt, war mir aber nicht sicher, ob der Vertrieb meine richtige, berufliche Heimat sei.

Den Auftrieb den ich in den letzten Monaten vor dem Sommer genossen hatte, brachten mich ins Grübeln, ob ich vielleicht das Verkäuferdasein zu früh für mich aufgegeben hatte. Lyonsdown war meiner Auffassung nach ein ziemliches charmant-chaotisches Verlagshaus. Hier hatte ich zwar ziemlichen Verkaufsdruck, aber auch die Erlaubnis Fehler zu machen und gleichzeitig zu wachsen und mich zu entwickeln.

Für mich stand Lyonsdown sinnbildlich als meine erste große Job-Liebe. Sowas gibt keiner gerne auf. Nach dem Sommer war die http://boutique41.com/ fertig und plötzlich kamen Leute auf mich zu, die mich anfragten auch deren Webseite zu gestalten.

Der Wahnsinn dachte ich noch, endlich kann ich mich als Selbständiger beweisen. Ein Ventil, welches ich schon immer gesucht hatte. Ich musste mich also entscheiden. Sollte ich den neuen und besser dotierten Vertrag von Lyonsdown annehmen und nach England zurückkehren oder sollte ich mich versuchen als Selbständiger im Bereich Webdesign durchzusetzen?

Das Zünglein an der Waage war für mich das Land – nämlich England.

Auch wenn meine Erfahrung mit Lyonsdown es wert gewesen wäre nochmal zurückzukehren, meine privaten Erlebnisse in London hielten mich eher davon ab einen Neuanfang zu wagen. Deswegen war meine Bedingung ziemlich einfach: Wenn ich den Job von Deutschland aus machen kann, dann bleibe ich im Vertrieb, ansonsten würde ich der Selbständigkeit eine Chance geben.

Da Brad kein erwiesener Fan von „Working remotely“ ist und wie es der Zufall wollte eine andere deutsche Mitarbeiterin ihn vor einem Monat damit übers Ohr gehauen hatte, kam Deutschland als Arbeitsort für Lyonsdown nicht in Frage.

Ich blieb konsequent und ging zurück nach Berlin, die Grundlagen für die Selbständigkeit legen.

Das Planen und das Organisieren waren super. Ich sog alles auf wie ein Schwamm und freute mich unheimlich über die neue Herausforderung. Endlich konnte ich versuchen selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten. Sicherlich würde es auch Schwierigkeiten geben, doch ich blickte dem Vorhaben positiv entgegen.

Nach einer Weile musste ich aber feststellen, dass die Selbständigkeit langfristig mein Ziel ist, Webdesign aber das falsche Ventil dafür war. Mein Projekt für Boutique 41 war mehr eine Art Gefallen an meine italienische Familie und die Chance sich mal in einem etwas anderen Gebiet auszutoben – alles ohne kommerzielle Hintergedanken.

Es gibt in diesem Gebiet tausende von besseren und qualifizierteren Programmierern, sodass ich mich nicht wohlfühlte als Hobby-Webseiten Bastler Geld für meine Arbeit zu nehmen. Meine Erwartungshaltung an die Selbständigkeit, hatte meine Leidenschaft für Webdesign bei weitem übertroffen. Ich ging wohl zu emotional mit der Nummer um, ohne mich wirklich zu hinterfragen, ob das was ich tue auch mein Ding sei.

Gegen Ende des Jahres 2014 war klar, dass ich mich für die falsche Alternative entschieden hatte.

Ich fragte mich, was als nächstes kommen sollte. Sollte ich zurück in den Vertrieb? War die Tür für Lyonsdown immer noch offen? Wollte ich ein letztes mal zurück nach England?

Die Wahrheit ist, dass ich während des gesamten zweiten Halbjahrs 2014 immer mit Bradley im Kontakt stand. Wir tauschten uns ein bis zwei mal im Monat aus. Der Kontakt riss nie ab.

Letztlich waren es wohl zwei Motive, die mich dazu geführt haben ab Februar 2015 nochmals nach England zurückzukehren:

1.Die erste große Job-Liebe Lyonsdown:

Ich hatte mit England, ganz speziell aber mit London, bereits abgeschlossen. Die Stadt, die Kultur, irgendwie passte es nicht. Doch da gab es diese Firma, die für mich so etwas wie die erste richtige Job-Liebe war. Nicht, weil das was wir verkauften die Firma und deren Werte repräsentierte, sondern weil die Menschen die dort arbeiten und gearbeitet haben das Bild der Firma waren und immer noch sind.

Eine Ansammlung von unterschiedlichsten Charakteren und eine Dynamik, die einen jeden Arbeitstag aufs Neue erstaunt hat. Man fühlte sich untereinander wie eine Gruppe von Familienmitgliedern, mit denen man notgedrungen immer zusammen war, es aber trotzdem Spaß machte Zeit miteinander zu verbringen. Zumindest ging es mir immer so.

Dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit war ganz wichtig für meine Entscheidung. Es ist wie bei der ersten großen Liebe gewesen, bei der man nach der Trennung immer noch Gefühle hegt und es nochmal miteinander versuchen will. Ich wusste bereits im Hinterkopf, dass es meine letzte Chance sei nochmal zurückzukehren. Zum einen, weil das Geschäft in Deutschland kurz vor der Schließung stand, zum anderen weil ich bereits langfristig wusste, dass ich ab dem Herbst 2015 wieder zurück in Berlin sein wollte. Dazu später mehr.

2.Die Bestimmung als Verkäufer

Gegen Ende 2014 ist mir bewusst geworden, dass es nicht das Webdesign ist, sondern das Verkaufen, welches mich nachhaltig beschäftigt hat. Ich begann die Bücher sämtlicher Verkaufstrainer zu lesen, mir Notizen zu machen und Rezensionen zu schreiben.

Für mich war klar, dass ich nicht nur einfach als Verkäufer nach England zurückgehen wollte, sondern es auch mit einer Verkaufs-Mission verknüpfen wollte, die meine Ambitionen in diesem Bereich unterstrich und mir gleichzeitig einen Startpunkt für die spätere Laufbahn als Verkäufer geben sollte. Ein Blog musste her – SalesPitch.de wurde geboren.

Gleichzeitig wollte ich den Blog mit dem Ziel verknüpfen, der beste deutschsprachige Verkäufer zu werden. Das Ziel für 2015 war es soviel wie möglich an Content zu erstellen, mich im Verkaufsumfeld weiterzubilden und die eigene Reputation Stück für Stück aufzubauen.

Außerdem plante ich die Podcast-Show Tuesdays with Bradley, welche meinen Lesern Einblicke in die Prozesse und Strukturen des erfolgreichen Verkaufens im B2B-Umfeld ermöglichen sollte. Alles durch die Sichtweisen von Verlagshausinhaber und CEO Bradley Scheffer, welcher seit über 30 Jahren erfolgreich im B2B-Segment verkauft und für mich persönlich ein Mentor in Sachen Verkaufen geworden ist.

 

Warum es jetzt Zeit war England zu verlassen

Für mich persönlich war der Schritt nochmal zurückzukehren sehr wichtig, weil ich das Gefühl hatte mit Lyonsdown nicht vollständig abgeschlossen zu haben. Insofern war es hilfreich für mich diesen Weg zu gehen, um keine Gedanken an ein „Was wäre wenn..“ zu hinterlassen.

Ansonsten haben sich in der Zwischenzeit nicht viele Dinge verändert:

London ist immer noch nicht so meins und wird es wohl auch nie werden. Ich muss aber fairer weise dazu sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt bereits sehr stark auf meine Arbeit mit SalesPitch.de fokussiert war und deshalb fast jedes Wochenende durchgehend an dem Blog, den Inhalten und dem Podcast gearbeitet habe.

Die Menschen die bei Lyonsdown arbeiten, bzw. gearbeitet haben, sind für mich immer noch das Gesicht des Unternehmens. Alles wie gehabt. Doch ich habe gemerkt, dass jetzt endgültig die Zeit gekommen ist Bye bye zu sagen und sich neuen Aufgaben zu stellen. Mein Weg ist noch lange nicht zu Ende.

Wie bei jeder Kaufentscheidung gibt es nicht nur eine Weg-von, sondern auch eine Hin-zu Motivation. Ich hatte ja vor ein paar Monaten bereits geschrieben, dass ein wichtiger Teil meiner Rückkehr darin bestand, dass ich Angst vor den Herausforderungen und einem möglichen Scheitern in der Heimat hatte und das ich mich mit meinem Underdog-Status in England wohler fühle.

Meine größte Hin-zu Motivation für den Wechsel nach Deutschland ist meine italienische Freundin, mit der ich jetzt knapp zweieinhalb Jahre zusammen bin. Sie hat ab Oktober die Zulassung auch an einer deutschen Universität zu studieren und somit haben wir endlich die Möglichkeit wieder zusammenzuleben.

Ohne sie wäre ich bestimmt noch auf unbegrenzte Zeit weiter in England geblieben. Doch sie gibt mir die Kraft und Zuversicht für eine gemeinsame Zukunft, sodass es für mich keinen besseren Grund geben könnte, als jetzt die englischen Geister und Dämonen hinter mir zu lassen, um mit großen Selbstvertrauen meine Ziele und Visionen weiterzuverfolgen.

Eigentlich wollte ich mich in den jetzigen Folge-Monaten vermehrt damit beschäftigen neue Inhalte zu schreiben und auch ein Buchprojekt voranzubringen, bevor ich mir in Berlin einen neuen Verkaufsjob suche. Doch mein englischer Chef gab mir doch tatsächlich die Möglichkeit bis Ende des Jahres meinen neuen Job als Manager für Video-Kampagnen fortzuführen. Wenn ich ein bestimmtes Geschäftsvolumen bis Ende des Jahres erreiche, will er sogar weiter investieren und ich kann mir einen kleinen Mitarbeiterstamm in Berlin aufbauen. Wie geil ist das denn bitte!?

Trotzdem möchte ich nicht so überschwänglich werden, weil ich die Firma gut kenne und die Sache realistisch einschätze – der Wind dreht schneller als man denkt. Trotzdem ist ein schöner Beweis für mich, dass man scheinbar an mein Verkaufspotenzial glaubt und darin investiert. Nicht selbstverständlich, zumal die komplette deutsche Abteilung für Print aufgelöst worden ist. Ich bin sozusagen der letzte Mohikaner der Firma.

Aufgrund des Umzugs nach Berlin, Büro eröffnen, Steuern ordnen, Gewerbe verwalten, Wohnung suchen, verkaufen, verkaufen und nochmal verkaufen, wird nicht sehr viel Zeit sein neue und spannende Inhalte zu schreiben. Ich bemühe mich aber hier und da den Blog aktuell zu halten.

Die nächste Zeit wird stressig, aber auch spannend und aufregend. Ich freue mich darauf. Der Blick geht jetzt nach vorne, nicht mehr zurück. Bye Bye, England!


 

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